Biologisch, leichtfüßig und kreativ zur Weltspitze!

Weingut Loimer
(Langenlois, Österreich)

Weingut Loimer

Fred Loimers Alltag ist von vielen Fragen geprägt: Wie kann man das Leben leicht und trotzdem ernst nehmen? Wie kann man sich für biodynamische Landwirtschaft einsetzen, ohne ins Sektenhafte abzudriften? Wie kann man Weine herstellen, die leichtfüßig und dennoch tiefgründig sind?

Die Antworten des Starwinzers aus Langenlois sind oft radikal kurz, aber bescheren einen umso längeren Genuss. „Charming“  ist ein elegantes Beispiel, „Lois“ ein erfolgreiches. Mit ihm erfand Fred Loimer einen der ersten Yuppie-Weine Österreichs. Kein Wein von Weltformat, sondern ein fruchtiger Veltliner, der einfach nur Spaß machen soll. „Es geht um ständiges Hinterfragen, auch wenn man nicht immer Antworten findet“, meint der kreative Winzer aus dem Kamptal, der sich gerne überraschen lässt und selbst für Überraschungen gut ist. Anfang der 1990er-Jahre füllte er als frecher Junior das  Sortenheiligtum Grüner Veltliner in Barriquefässer und freute sich über den herzhaften Holzton. 2000 ließ er auf dem alten Ziegelgewölbekeller einen aufsehenerregenden schwarzen Kubus errichten und mischte damit die Kellergassen-Idylle auf. 2010 eröffnete er einen neuen Keller, der auf drei Ebenen angelegt ist, damit Traubensaft und Most nicht mehr gepumpt werden müssen, sondern dank der Schwerkraft von allein in die Flaschen sprudeln. Je weniger Wirbel, desto besser der Wein. Der Keller wird mittels Schlitzrinnen und Eurosink-Bodenabläufen von Aschl entwässert.

2006 hatte der Winzer begonnen, die 60 Hektar Weingärten auf biologisch-dynamische Landwirtschaft umzustellen. Mit Kräutern, Blumen, Sträuchern, Bäumen und Tieren – mit der Vielfalt als emotionalem Kapital. Das hat ihm auch Kritik eingebracht, den Weinen allerdings nicht. Loimer zählt längst zur Elite Österreichs, nicht nur das: 2011 landete er im „Buying Guide“ des US-Magazins „Wine & Spirits“ unter den weltweit 100 besten Weingütern und erhielt den Titel „Weingut des Jahres“.